Freiwillige Feuerwehr Oberwerrn Ortsteil der Gemeinde Niederwerrn bei Schweinfurt von Markus Eschenbach Esche
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Die Geschichte der Wehr bis zum 2. Weltkrieg 
Seit nunmehr über 130 Jahren besteht in Oberwerrn eine Freiwillige Feuerwehr für den örtlichen Brandschutz. Über mehr als 250 Jahre reichen die Nachweise über die Bekämpfung des Feuers in Oberwerrn und den umliegenden Dörfern. 1734 werden Backhäuser, Schlöte und Küchen besichtigt und bestimmt, dass ein Feuereimer gestellt werden muss. 1720 zeigt, wie man damals auf Mannschaft und notwendiges Gerät bedacht war. 12 Mann wurden als Feuerläufer aufgestellt. Sie mussten auch bei auswärtigen Brandfällen zu Hilfe eilen und bei Brandfällen im Dorf Hilfe herbeiholen. Außerdem beschaffte die Gemeinde 12 lederne Feuereimer, 2 Feuerspritzen, 3 große Feuerleitern und 2 Feuerhaken. Die Feuerlöschgeräte werden immer wieder in den Gemeindedokumenten aufgeführt und ergänzt.
Einen weiteren Beleg für die Durchführung des Feuerschutzes findet sich in den Gemeindeprotokollen vom April 1825. Hier wird die Feuerlösch-Anstalts-Ordnung erneuert und festgesetzt. Es werden Feuerläufer und die Besatzung für die Feuerlöschmaschine bestimmt. Alle übrigen erwachsenen Personen (männlich wie weiblich) des Dorfes haben bei einem örtlichen Brand mit den nötigen Wassergeräten mit ihrer Unterstützung beizutragen.
Am 3. Juni 1873 wurde auf Veranlassung des Bezirksamtes Schweinfurt die Freiwillige Feuerwehr Oberwerrn gegründet. Die Feuerwehr bestand anfangs aus 6 bzw. 7 Mitgliedern. Das Interesse, das man dieser neuen Einrichtung entgegenbrachte, war zunächst gering, da man glaubte, die Leute würden militärisch ausgebildet um im Kriegsfall eingesetzt zu werden.
In einer Gemeindesitzung vom 12. Juli 1873, wurde über Anschaffungen für die neu eingerichtete Wehr beraten.
1892 wurde im Zusammenhang mit dem Kirchenbau eine neue Unterbringung der Feuerlöschgeräte geschaffen. Man baute an den Gemeindebackofen das so genannte Spritzhaus.
1892 war ein stärkerer Zuwachs festzustellen. 15 neue Mitglieder wurden aufgenommen. Nach 50 Jahren, im Jahre 1923, konnte die Wehr 88 Mitglieder zählen, wobei davon 31 inzwischen verstorben waren.
Ein Brand mit besonders verheerender Wirkung ist in der Geschichte von Oberwerrn seit dem 30jährigen Krieg nicht bekannt.
Am 3. Juni 1923 feierte man das 50jährige Bestehen der Wehr. Ein Festgottesdienst, ein Festzug, ein Gartenfest und ein Ball waren die Höhepunkte der Feier. In ähnlicher Weise feierte man am 5. Juni 1933 das Fest des 60jährigen Bestehens. Im März 1941 wurde die erste Motorspritze angeschafft.
Während des zweiten Weltkrieges hatte die Wehr schwierige Aufgaben zu erfüllen. Zu Beginn des Krieges beschränkte sich dies auf Übungen und Appelle, welche der Vorbereitungen für den Ernstfall dienten. Im August 1943 änderte sich die Lage. Erstmals griffen an diesem Tag Bombenflugzeuge Schweinfurt an und zur Bekämpfung gefährlicher Brände, die dabei entstanden, wurde auch die Oberwerrner Wehr gerufen. In den Kriegswirren erfolgten immer wieder Einsätze, an denen die Oberwerrner Wehr ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellte.
Der 9. Oktober 1944 brachte für Oberwerrn selbst die Schrecken des Bombenkrieges, die Feuerwehr hatte diesmal die Aufgabe, Verschüttete auszugraben und Tote zu bergen. Auch in der Folgezeit kam es immer wieder durch den Krieg bedingte Einsätze.

Die Zeit der Wehr nach dem 2. Weltkrieg 
Der 2. Weltkrieg war vorbei und leider hatte auch die Oberwerrner Wehr im Krieg gefallene bzw. vermisste Kameraden zu beklagen. Der Ort ist durch ein starkes Bevölkerungswachstum gekennzeichnet. In den Jahren von 1945 – 1972 nahm die Bevölkerung von 590 auf 1350 Einwohner zu und die Zahl der Gebäude stieg von 89 auf 302 an. Neben dem Altdorf entstand jenseits der Wern die Werntalsiedlung. Eine Alarmierung aller aktiven Mitglieder auf die bisherige Art durch Hornisten war nicht mehr zeitgemäß. 1965 übernahm eine Sirene diese Funktion. Auch den geänderten Lebensumständen musste die Wehr Rechnung tragen. Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg stellte neue Anforderung an die Wehr. Bei der großen Anzahl von Kraftfahrzeugen und Ölheizungen änderte sich auch das Einsatzbild.
In den Jahren von 1962 bis 1964 wurde ein neues Gerätehaus mit einem Schlauchturm in der Raiffeisenstraße errichtet. Allmählich musste man auch darangehen, ein neues Feuerlöschgerät anzuschaffen, das imstande war, von der Wern aus auch in entfernte und höhere gelegene Ortsteile Wasser mit genügend Druck zu liefern. Am 14. Juli 1967 wurde in einer schlichten Feier das neue Feuerlöschfahrzeug seiner Bestimmung übergeben.
In den Folgejahren erfolgte eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der aktiven Wehr. Doch hier stand man bald vor dem Problem, dass die technische Ausstattung des Löschfahrzeuges nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach. Das Einsatzbild änderte sich von verheerenden Großbränden in nicht mindergefährliche Schwelbrände. Kunststoffe, die heutzutage in jedem Haushalt bzw. in Industriebetrieben vorhanden sind, setzen im Brandfall giftige Gase frei, die für jeden Feuerwehrmann lebensbedrohlich, wenn nicht sogar tödlich sein können. Umluftunabhängiger Atemschutz war im Einsatzfall notwendig. Verkehrsunfälle und technische Hilfeleistungen zeichnen immer mehr das Bild der Einsätze. Das alte Löschfahrzeug, das nun mehr als 20 Jahre im Dienst war, verfügte nicht mehr über die notwendige technische Ausstattung. Nachdem von Seiten der Gemeinde eine Entscheidung für die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges gefallen war, wurde am 16. und 17. Mai 1987 das neue Löschfahrzeug seiner Bestimmung übergeben.
In den Folgejahren musste festgestellt werden, dass die Bausubstanz des Feuerwehrgerätehauses immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Rissbildungen an den Fassaden wiesen auf eine schnellstmögliche Renovierung hin. Jedoch überstiegen die Kostenschätzungen für diese Renovierungsarbeiten alle Erwartungen und so entschied man sich für eine Überganglösung. Diese sah vor, die angrenzende, ehemalige Dreschhalle in Eigenleistung der Wehr als neues Domizil herzurichten. Am 23. Mai 1992 war es soweit. Die Renovierungsarbeiten waren abgeschlossen, die Dreschhalle, umgebaut zum Feuerwehrgerätehaus, wurde in Betrieb gestellt. Da diese Lösung, wie erwähnt, als Übergangslösung gedacht war, wurde bald mit der Planung des neuen Gerätehauses begonnen. 1997 wurde mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen. Am 7. und 8. März 1998 wurde das Gerätehaus, in Verbindung mit dem 125-jährigen Gründungsfest der Wehr, seiner Bestimmung übergeben. Es verfügt über 2 Fahrzeugstellplätze, Lagerraum für die feuerwehrtechnische Ausrüstung und einen Schulungsraum für ca. 100 Personen, der nicht nur für Ausbildungszwecke genutzt wird, sondern auch für Feierlichkeiten aller Art der Bevölkerung von Oberwerrn zur Verfügung steht.

 

 

 
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